Warranty & Indemnity-Versicherungen im Rahmen von KMU-Unternehmenstransaktionen

Warranty & Indemnity-Versicherungen (im Folgenden W&I-Versicherungen) sind Versicherungen, die die Gewährleistungsansprüche des Käufers aus einem Unternehmenskaufvertrag absichern. Diese Versicherungen haben ihre Wurzeln im anglo-amerikanischen Markt und sind mittlerweile auch in Deutschland, vor allem in Private Equity- und Venture Capital-Transaktionen, seit Jahren ein fester Bestandteil.

Warranty & Indemnity-Versicherungen (im Folgenden W&I-Versicherungen) sind Versicherungen, die die Gewährleistungsansprüche des Käufers aus einem Unternehmenskaufvertrag absichern. Diese Versicherungen haben ihre Wurzeln im anglo-amerikanischen Markt und sind mittlerweile auch in Deutschland, vor allem in Private Equity- und Venture Capital-Transaktionen, seit Jahren ein fester Bestandteil.

Die Notwendigkeit einer W&I-Versicherung ergibt sich aus den unterschiedlichen Vorstellungen von Verkäufer und Käufer darüber, in welchen Umfang der Verkäufer für bestimmte Risiken des verkauften Unternehmens haften soll. Während der Verkäufer diesen Umfang möglichst gering halten will, möchte der Käufer Gewissheit über den Zustand des erworbenen Unternehmens und eine möglichst umfassende Absicherung seiner Investition. Wenn diese gegenläufigen Interessen nicht in Einklang gebracht werden können, kann eine W&I-Versicherung Abhilfe schaffen. Diese gewährt die Möglichkeit, die Regressansprüche gegenüber dem Verkäufer abzusichern.

Gegenwärtig ist Deutschland ein Verkäufermarkt. Diese Marktentwicklung ist dem hohen Investitionsdruck der Investoren und dem begrenzen Angebot verfügbarer Investitionsobjekte geschuldet. In diesem Zusammenhang ist zu beobachten, dass sich die Vertragsbedingungen in Unternehmenstransaktionen deutlich zu Gunsten der Verkäufer entwickeln. Der Rahmen, in dem Verkäufer bereit sind, Garantien zu übernehmen, wird zunehmend geringer. Um als Investor bzw. Käufer in der aktuellen Marktsituation der beschränkten Verkäuferhaftung dennoch agieren zu können, bietet sich eine W&I-Versicherung an.
Waren diese Art von Versicherungen in Deutschland früher nur großvolumigen Transaktionen vorbehalten, hat sich der Markt für W&I-Versicherungen auch den Transaktionen im KMU-Bereich zwischen zehn und 30 Millionen Euro geöffnet. Die Prämien bewegen sich im Bereich von unter erfahrungsgemäß 1% der Deckungssumme, die wiederum durch die vereinbarten Haftungshöchstgrenzen bestimmt wird.

Dem Versicherer werden alle erwerbsrelevanten Informationen zur Verfügung gestellt. Diese bilden die Grundlage für die W&I-Versicherung. Die in dem Unternehmenskaufvertrag festgelegten Haftungsgrenzen und -beschränkungen sollten ebenso in dem regelmäßig individuell ausgehandelten Versicherungsvertrag Berücksichtigung finden. Der durch die Versicherung gewährleistete Schutz kann jedoch auch über die im Kaufvertrag vereinbarten Grenzen hinausgehen. Dies kann sich zum einen auf den Umfang der versicherten Risiken beziehen. Zum anderen kann der zeitliche Rahmen im Verhältnis zu den im Kaufvertag vereinbarten Verjährungsfristen erheblich ausgedehnt werden. Dies bietet für den Käufer die Möglichkeit, eine umfassende Risikominimierung zu erreichen, die weit über das übliche Niveau hinausgeht.

Um einen möglichst weitreichenden Versicherungsschutz zu verhältnismäßigen Konditionen zu ermöglichen, muss der Versicherer möglichst frühzeitig in den Transaktionsprozess eingebunden werden. Hier bedarf es an Fingerspitzengefühl, da neben den Interessen der Verkäufer und der Käufer auch die des Versicherers berücksichtigt werden müssen.
Die Verlagerung der Haftungsrisiken auf einen Dritten bietet die Möglichkeit, die wiederstreitenden Interessen zwischen Verkäufer und Käufer, mit geringeren wirtschaftlichen Risiken für beide Parteien, in Ausgleich zu bringen und so den oft langwierigen Verhandlungsprozess zu beschleunigen.